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Einer unserer Highlights in China war der Besuch im Nationalpark in Zhangjiajie. Der 264 km2 große Park liegt im Süden von China, in der Region Hunan und trägt mehrere Weltrekorde.
Bis wir allerdings in Zhangjiajie angekommen waren, wurden wir etwas auf die Probe gestellt. Wir verließen Guilin mit dem Zug (Nr.D2945) und setzten unsere Reise nach Liuzhou fort.

 

Wie bucht man Zugtickets in China?

Als ausländischer Reisender gibt es verschiedene Möglichkeiten Tickets zu erwerben:

  • Die einfachste Variante: man geht zum Bahnhof und kauft sein Ticket am Ticketschalter. Touristen können die Tickets nicht am Automat kaufen, sondern nur am Schalter gegen Vorlage eines gültigen Reisepasses.
    Nachteil: Züge oder bevorzugte Sitze/Klassen können ausgebucht sein und wer steht schon gerne mehrere Stunden in einem Zug?
  • Die andere Möglichkeit ist es, Tickets im Internet zu reservieren. Wir haben die Webseite: ctrip.com genutzt. Ebenfalls hier mussten wir gültige Dokumente angeben. Sobald man den gewünschten Startbahnhof und Destination angegeben hat, erhält man eine Liste mit Zügen zwischen welchen man wählen kann.
    Nachteil: Reservierungsgebühren sind 3 Euro pro Zug und die Originaltickets müssen trotzdem am Bahnhof am Ticketschalter abgeholt werden.

TRAIN SYSTEM CHINA

Bei der Buchung von Zugticktes trifft man auf folgende Begriffe:

Hard Seat: Sind ganz normale Sitze und in älteren Zügen nicht besonders komfortabel, vor allem wenn viele Personen mit viel Gepäck reisen. Wir würden diese nur auf Kurzstrecken bzw. in den Hochgeschwindigkeitszügen empfehlen.

Hard Sleeper: Super auf Langstrecken. Hardsleeper sind Etagenbetten,  meistens 3 übereinander und je 6 pro Abteil. „Abteil“ ist nicht der richtige Begriff, da die Wagons keine Türen haben. Anhand der Tickets kann man erkennen, welches Abteil man hat und das genaue Bett steht in der Online- Reservierung (upper=oben, middle= Mitte, lower=unten). Das Zugpersonal steht auch zur Hilfe, falls nötig.

Soft Sleeper: (haben wir in China nicht genutzt) Gleiches System wie bei den Hard Sleepern aber Abteile haben Türen für etwas mehr Privatsphäre und es sind nur 4 Betten pro Abteil.

TRAIN SYSTEM CHINA

Alle Züge verfügen über Toiletten (je nach Zug sogar mit Western WCs) und heißes Wasser. Wir haben uns mit Kaffee, Tee,  Obst oder Gebäck versorgt, bevor wir in den Zug stiegen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit Snacks oder Getränke im Zug zu kaufen.

TRAIN SYSTEM CHINA

 

Sind wir am Flughafen?

Zugfahren in China ist beinahe wie fliegen. Die Bahnhöfe sind vergleichbar mit Flughäfen. Die Kontrollen sind zwar nicht so streng, aber Tickets und Gepäck werden öfters kontrolliert. Grundsätzlich verlaufen diese Kontrollen alle gleich ab. Beim Betreten des Bahnhofs werden Tickets und Ausweisdokument kontrolliert. Manchmal gibt es einen extra Schalter für ausländische Dokumente. Dann wird das Gepäck durchleuchtet. Bevor es zum Gleis geht, wird ein manchmal zweimal das Ticket kontrolliert. Das Ticket muss gut aufbewahrt werden, da bei Ankunft am Zielbahnhof eine weitere Kontrolle stattfindet.

 

Gleise und Zugänge zu den Zügen sind teilweise bereits auf dem Ticket aufgedruckt, ansonsten kann man diese den Anzeigetafeln entnehmen.

TRAIN SYSTEM CHINA

 

From Guilin to Liuzhou

In Liuzhou angekommen hieß es Improvisierungskünste zeigen, da der Bahnhof, von dem der nächste Zug gehen sollte in einem anderen Bezirk lag. Liuzhou beheimatet mehr als 3,5 Mio Einwohner und Touristen sieht man hier selten, daher sind Wörter mit vertrautem Alphabet nicht zu finden.

 

Warum nahmen wir nicht einen Zug von der gleichen Station?

Einfache Antwort: Es gab keinen! Der Bahnhof in Liuzhou wurde gerade umgebaut daher gingen alle Langstreckenzüge von Liujiiang.

Im Internet haben wir gelesen, dass man wohl Bus 16, 27, 59, 68 und 90 bis zur Liuzhou Railway Middle School nehmen kann und dann in Bus 10 umsteigen, der dann bis nach Liujiiang fährt. Wir haben diese Variante versucht und sind letztendlich am Ziel angekommen, aber mit viel Suchen und chinesische Schriftzeichen zu vergleichen. Englisch sprach hier niemand und auch unser Offlineübersetzer ließ und im Stich.

Da unser Zug erst spät Abends ging, entschieden wir uns ein wenig die Zeit im Stadtzentrum von Liuzhou zu vertreiben, und somit stießen wir auf die einfachere Variante, um nach Liujiiang zu gelangen.

 

Der beste Weg von  Bahnhof Liuzhou nach Liujiiang mit Bus 99

Das heißt, wenn ihr den Bahnhof Liuzhou verlasst, überquert die Straße und wartet auf Bus 99, der euch direkt nach Liujiiang bringt. Ein Ticket kostet ein paar Cents und die Fahrt dauert ca. 40 min.

Kleiner Tipp: In China haben wir die Offline Maps von Maps.me geladen, bevor wir in eine andere Stadt gingen, da Google Apps hier blockiert sind. Mit den Karten verfolgen wir immer, ob wir wirklich in die richtige Richtung fahren.

Der Zug von Liujiiang brachte uns nach Zhangjiajie, wo wir einen wunderschönen Aufenthalt hatten.

Wollt ihr Fotos von China sehen? Hier gibt es einen Einblick.

Am zweiten Morgen in Guilin war unser Tagesrucksack voll geladen für den nächsten Ausflug zu den Longji Reisterrassen, nördlich von Guilin. Ein öffentlicher Bus brachte uns zum Hong Kong Hotel, von wo aus ein direkter Bus zu den Reisterrassen Longji (Dragon’s Back) im Landkreis Longsheng fuhr, einige der größten und spektakulärsten der Welt.

THE LONGJI RICE TERRACES GUILIN CHINA

 

Die Reisterrassen von Longji beziehen sich auf mehrere Dorfgebiete, von denen die beliebtesten in der Gegend von Ping’an liegen. Hier lebt das Zhuang-Volk und Jinkeng ist Heimat der Roten Yao. Der Bau der Reisterrassen begann 1271 unter der Yuan-Dynastie und wurde unter der frühen Qing-Dynastie (1644-1911) abgeschlossen.

Es gibt keine beste Jahreszeit, um die Terrassen zu besuchen. Es ist eher eine Frage des Geschmackes. Im Frühling werden die Felder bewässert, sodass die Terrassen wie große Ketten aussehen, die an den Hängen liegen. Der Sommer bietet wunderschöne grüne Wellen am Berghang, während der Herbst, die Erntezeit und mehr Farbvielfalt bringt. Der Winter ist kalt, aber die Landschaft ist immer noch spektakulär und kann eine bessere Option für diejenigen sein, die die Terrassen in Abwesenheit der Touristenmassen genießen wollen.

Die Ping’an Terrassen sind größer und bieten mehr Alternativen, um zu verschiedenen Aussichtspunkten zu wandern, darunter eine Seilbahn zum Golden Buddha Peak, von wo aus Besucher die beste Aussicht auf die Region haben. Wir wanderten für mehr als eine Stunde bis zum Gipfel und kletterten langsam auf verschiedenen Wegen durch kleine Dörfer. Wir empfehlen, mindestens 3 Stunden einzuplanen, um die Umgebung zu erkunden.

 

Die hier lebenden Menschen, die Zhuang und die Yao Nationalitäten, sind Teil einer bestimmten Gemeinschaft, die alten Traditionen folgt. Die Zhuang-Mitglieder bilden die Mehrheit und sind für ihre Gastfreundschaft bekannt. Sie tragen einzigartige und farbenfrohe Kostüme und feiern das Leben mit Liedern und Tänzen während verschiedener traditioneller Feste. Touristen in der Umgebung können an ihren Festen teilnehmen, wenn sie das ursprüngliche Zhuang-Leben und die Kultur erleben und sogar bei einheimischen Familien wohnen möchten, während sie das lokale Essen probieren und Longji-Tee oder Longji-Wein trinken.

THE LONGJI RICE TERRACES GUILIN CHINA

 

Vier Stunden später, nach der Ankunft auf den Reisterrassen, nahmen wir den Bus zurück nach Guilin und nutzten die verbleibende Zeit, um die Stadt zu erkunden. Guilin selbst bietet Unterhaltung für Touristen mit seinen vielen bunten Lichtern, den schönen Pagoden und dem Elephant Trunk, der wichtigsten und symbolträchtigsten Attraktion der Stadt.

 

Nach dem Abendessen und einem kühlen Bier im Hostel war es wieder Zeit unser Gepäck für unsere lange Reise nach Zhangjiajie zu packen.

Klickt hier für mehr Bilder zu unserer Zeit in Guilin.

Da unsere Zeit aufgrund des Visas begrenzt war, mussten wir einige Orte von der Liste, die wir im Auge hatten streichen, als wir mit der Planung unserer Reise in China begannen. Die Liste wurde noch kürzer, als wir in letzter Minute beschlossen, Tibet in unserem Trip zu inkludieren, welcher für das Ende der Reise geplant war.

Wir haben Guilin als ersten Halt in diesem großen Land gewählt. China bietet endlose Möglichkeiten, sich in unerwarteten Orten zu verlieren, die von wunderschöner Natur und starken Traditionen beherrscht werden. Wir hofften, dass Guilin uns das ermöglichen würde und wir wurden nicht enttäuscht.

Mit einem Zwischenstopp in Guangzhou East, von wo aus wir in den Anschlusszug stiegen, brauchten wir mehr als sechs Stunden von Shenzhen, um nach Guilin zu gelangen. Die ersten zwei Stunden waren ein bisschen abenteuerlich, da der erste Zug Verspätung hatte, die dazu führte, dass wir den Verbindungszug verpassten. Zum Glück ist in China ein Zugausfall keine große Sache. Am Ticketschalter tauscht man einfach die Tickets für den nächsten, verfügbaren Zug. Man kann das Ticket nur einmal ändern und die Plätze werden nur dann gewährt, wenn sie verfügbar sind.

Wir haben leider keine verfügbaren Plätze gefunden und mussten uns bis zum Ende der Reise auf unsere Rucksäcke setzen. Wir waren froh, Helen eine freundliche Chinesin, getroffen zu haben, deren Freundlichkeit und guten Englischkenntnisse uns geholfen haben zu verstehen, was vor sich ging und wie wir unser kleines Problem lösen konnten. China hat verschiedene Regeln, die wir verstehen mussten, und wir verbrachten unseren ersten Tag damit, einige von ihnen zu lernen.

Willkommen in Guilin

Wir kamen endlich in Guilin an, einer beschäftigen Stadt mit unzähligen Geschäften und Restaurants, mit Massen an Tuk-Tuks und Scooter, die auf eine wahnsinnige Weise fuhren, Ampeln ignorierten und ihre Hupen missbrauchten und die zu der Symphonie der Lichter und Klänge beitrugen, die die Stadt außergewöhnlich lebendig machten. Wir kamen spät am Abend im Hostel Cyan Box an. Eine schöne Unterkunft mit lieben Menschen, wo wir drei Nächte verbracht haben. Das Personal an der Rezeption half uns bei der Organisation unseres ersten Tagesausflugs entlang des Flusses Li.

Ein Bus holte uns am nächsten Tag ab, um uns nach Yangdi zu bringen, einem kleinen Flusshafen, wo wir willkommen geheißen wurden, um an Bord eines der Bambusflöße zu steigen, die tägliche Bootsfahrten nach Nine Horses Hill anbieten. Es gibt auch große touristische Boote, die dich auf einer vierstündigen Fahrt direkt von Guilin nach Xingping bringen, aber wir hielten das Bambusfloß für eine bessere Option.

 

Unsere Bootsfahrt dauerte eine Stunde und das kleine Boot bot Platz für nur vier Personen, sodass sich niemand um die beste Aussicht streiten musste. Später brachte uns ein Bus nach Xingping, wo wir die Gruppe verließen und die Umgebung selbst erkundeten.

GUILIN LI RIVER AND THE YANGSHUO REGION

 

Nach dem Mittagessen in einem kleinen lokalen Restaurant machten wir uns auf den Weg nach Lao Zhai Shia, einem 220 Meter hohen Gipfel. Es sollte eine der außergewöhnlichsten Wanderungen werden, die wir je gemacht haben und die wir sehr empfehlen können. Die Wanderung ist schwierig, aber für jeden möglich. Wir sahen sogar eine 4-köpfige Familie, darunter zwei kleine Kinder, die oben ankamen. Der Pfad ist leicht zu finden, lasst euch einfach von den Schildern führen oder von den Einheimischen, die gerne den Weg zeigen … und versuchen, euch immer etwas zu verkaufen.

 

Es war ein heißer Tag, aber wir hatten Freude daran, durch die steilen Felsen zu wandern, geschützt durch den Schatten eines dichten Waldes, der den Berg umgibt. In weniger als einer Stunde erreichten wir den Gipfel und die Landschaft, die wir von dort oben zu sehen bekamen, ließ uns nur wenige Worte um es zu beschreiben. Es war einfach wunderschön.

GUILIN LI RIVER AND THE YANGSHUO REGION

 

Als die Sonne unterging, besichtigten wir das Flusstal, das sich immer leiser anfühlte, als die Touristen das Tal verließen. Wir nutzten die letzte Stunde Licht, um den Berg hinabzusteigen und den Busbahnhof zu finden, von wo aus wir den Bus nach Yangshuo nahmen, um zurück nach Guilin zu gelangen. Der Bus nach Yangshuo war nicht leicht zu finden, aber zum Glück fanden wir wieder freundliche Leute, die uns den Weg zeigten. Nicht Chinesisch zu sprechen schien hier kein Hindernis zu sein. Wir mussten ihnen nur den Namen unseres Ziels nennen und nach erfolgreicher Kommunikation mit Händen und Füssen erreichten wir schließlich Yangshuo, um dann den Bus nach Guilin zu nehmen.

 

Mehr über unsere Zeit in Guilin und unseren Ausflug zu den berühmten Reisterrassen gibt es hier und für weitere Bilder von unseren drei Tagen in Guilin hier entlang.